Ü30 - Vielseitigkeitswochende in Kamp-Lintfort

Kassel, Aachen, Bad Honnef ... kein Weg war den Teilnehmern des Ü30-Erwachsenen-VS-Lehrgangs zu weit, um nach Kamp-Lintfort zu reisen und unter Anleitung des Trainers Karl-Heinz Nothofer ein gemeinsames Wochenende unter Gleichgesinnten zu verbringen.


Als Pilotprojekt mit Unterstützung von www.Eiskiste.de, www.CrossCountryShop.de und www.Hoeveler.com durch die IGV Rheinland gestartet wurde schnell klar : dieses Busch-Trainingswochenende für "Erwachsene" wird nicht das letzte gewesen sein !

Zugegeben: etwas skeptisch schaute wohl ein jeder noch am Freitagabend bei dem Gedanken an einen Buschlehrgang bei diesWetter in den verregenten Himmel ...
Aber erstens kommt es anders als man zweitens meisten denkt und ausserdem sind Buschreiter nunmal hart im nehmen - auch wenn sie der Fraktion Ü30 angehören!
Und als der Wettergott am Samstag das Geschehen höchstpersönlich mit blauem Himmel segnete konnte eigentlich nichts mehr schief gehen, der herrliche Aussenplatz des Reitervereins Seydlitz Kamp mit Ebbe-Flut-System trotzt ohnehin allen Widrigkeiten - dort zu reiten war ein Fest, in jeder Hinsicht!


Großen Beitrag zum guten Gelingen trug neben den grosszügigen Sponsoren ganz klar Ausbilder Karl-Heinz Nothofer, der mit seiner sympathischen und wohl typisch rheinländischen Frohnatur einfach für jeden Teilnehmer den richtigen Ton und vor allem die richtigen Anweisungen traf.
Als es bei den ersten fröhlichen Bucklern manch eines ausgelassenen Pferdes dann in Millowitschem Klang tönte: "Jah! Dat is' doch jut so! Lasset raus - da is' doch Leben drin, so musset sein!" war eigentlich jeder mental angekommen - mitten im frohen Rheinland nämlich. Dieser angenehm tragende Unterton sollte das ganze Wochenende nicht verloren gehen und beseelte und motivierte Reiter und Pferde gleichermassen.
Die bunt zusammengewürfelte Teilnehmerschar hatte ausser der ursprünglichen Grundvoraussetzung (Ü30 nämlich und zumeist Quereinsteiger) nichts gemeinsam und so hatte Karl-Heinz Nothofer das kleine grosse Kunststück zu meistern Stärken und Schwächen verschiedenster Reiter und Pferden gerecht zu werden - er meisterte es mit Bravour (merke: Ü30 Quereinsteiger sind eine besondere Spezies!), traf immer den richtigen Ton und liess manch einen über sich hinauswachsen.


Zunächst mit Hilfe eines gut durchdachten Reihentrainings (einmal gucken - sechsmal springen!) und über einfache einladende Geländesprünge war der Überblick schnell verschafft und ein jeder wurde in der Folge gemäss individueller Voraussetzungen gefördert und gefordert. Letzteres wurde besonders deutlich als vereinzelte Rufe nach dem Sauerstoffzelt hartnäckig ignoriert wurden - und manch einer staunte bereits am Samstag beim abschliessenden entspannten Schrittausritt in das einladende Gelände was er und sein Pferd da eigentlich schon im Laufe einer einzigen Trainingseinheit vollbracht hatten. Dies ist um so mehr zu würdigen als es eigentlich für alle früh im Jahr das erste Aussentraining überhaupt war und gerade die unerfahrenen und jungen Pferde haben sicherlich eine Menge an neuen Eindrücken gewonnen und reichlich dazu gelernt.


Es versteht sich von selbst, dass das anschliessende Beisammensein im Reiterstübchen sich ausserordentlich fröhlich gestaltete - manch einer kannte so eine Stimmung eigentlich nur vom Aprés Ski - Buschreiter verbreiten so eine Stimmung das ganze Jahr!
Getreu dem Motto "Wer feiern kann, kann auch arbeiten!" sass die erste Gruppe dann am Sonntagmrogen bereits um acht Uhr früh wieder im Sattel, selbst der Regen konnte nun niemanden mehr beeindrucken. Dank der fleissigen Helfer des Reiterverein Seydlitz Kamp waren die festen Hindernisse auf dem Platz inzwischen umarrangiert worden, neue Elemente waren hinzugekommen und Karl-Heinz Nothofer baute in dieser zweiten Einheit logisch auf das am Vortag erarbeitete auf. Das Konzept war für alle Teilnehmer das selbe, die Anforderungen waren jedoch wieder fein auf die individuellen Leistungsstände abgestimmt.


Zügiges Galopppieren und flüssiger Rhytmus über weite Wege waren ebenso gefordert wie gezieltes Anreiten aus der Wendung, Rittigkeit und gutes Gerittensein wurden abgefragt und wenn es mal haperte konsequent geschult.
Ein abschliessendes gemeinsames Mittagessen vom lokalen Catering Service vor Ort (die Ausrichter hatten wahrlich an nichts gespart!) direkt ins Reiterstübchen geordert war der perfekte Abschluss eines rundum gelungenen Busch-Trainingswochenendes - und wenn auch manch einer etwas müde und vermuskelkatert im Anschluss sein Pferd verlud um sich auf den Heimweg zu machen so hatten doch alle wieder eines erfahren und erleben dürfen:
Reiten macht Spass - Buschreiten jedoch ganz besonders!!

Unser Dank gilt den fleissigen Helfern des Reiterverein Sydlitz Kamp, den Ausrichtern der IVG Rheinland und natürlich den engagierten Sponsoren, die selber zumindest als Zuschauer allesamt mit von der Partie waren und ganz offensichtlich auch ihre Freude bei der Sache hatten - ein durch und druch gelungenes Event das jeden noch so weiten Anfahrtsweg wahrlich wert war!

Text: Sabine Brandt, Münster
Fotos: Stefan